Die Langhäuser der Thorwaler

Genauso typisch für dieses Land wie die Menschen sind auch die Häuser, die sie bauen. Diese Häuser werden von den Einheimischen 'Jolskrim' genannt, Besucher aber reden einfach von 'den Langhäusern'. Diese sind zwischen 15 und 40 Schritt lang und 4 bis 12 Schritt breit. Die tief heruntergezogenen Dächer geben den Häusern ein geducktes Aussehen und sind ein guter Schutz gegen Wind und Kälte.

In Gegenden mit genügend Bauholz bestehen die Wände oft aus waagerechten Baumstämmen, die an den Ecken gekerbt sind, daß sie ineinander haken. Sie entsprechen damit den auch im Mittelreich vorkommenden Blockhäusern. Andere Häuser haben Wände aus senkrechten Planken oder aus Lehmflechtwerk in einem Holzrahmen: Ruten werden um senkrechte Pfähle gebogen und mit Lehm und Mist verschmiert. Auch der Fußboden besteht zumeist aus gestampftem Lehm.


Langhaus

Das Dach wird hier meist mit dem Schilf vom Bodir gedeckt. Aber es finden sich auch Holzschindeln oder Stroh. In kälteren Gebieten wird auf das Dach auch oft Birkenrinde gelegt, die die Feuchtigkeit abhält. Darauf werden dann Grassoden gelegt, da sie sehr gut wärmeisolierend wirken. Auf Inseln mit Bauholzmangel werden oft Fundament und Wände aus Stein, das Dach aus Erde (mit Grassoden) gebaut. Wenn der Fußboden zusätzlich tiefer liegt, bleibt es im Sommer noch kühl und im Winter warm. Holzvertäfelungen halten dann die Feuchtigkeit ab. Die Dächer sind oft nur auf die Häuser aufgesetzt.

Die Häuser müssen gegen Kälte sorgfältig abgedichtet werden. Dazu wird Moos und ein Gemisch aus Erde und Stroh in die Ritzen gesteckt. Die Gänge in die Ställe sind meist so verwinkelt angelegt, daß die Kälte nicht bis zu den Tieren vordringen kann. Die Häuser haben hingegen selten Fenster, denn für die Außenmauern sind oft Steine bis zu einer Tiefe von 3 Meter aufgeschichtet. Nur eine Luke im Dach läßt etwas Licht herein und ermöglicht, daß der Rauch der Herdstelle abziehen kann.

Nur in den Holzhäusern von reicheren und einflußreichen Personen sind Fenster eingebaut. Dies ist bei den Holzbauten sehr viel einfacher als bei Steinhäusern. Die Fensteröffnungen werden dann mit durchsichtigen Tierblasen verschlossen und nachts durch Läden gesichert. Fensterglas ist sowieso sehr teuer - und hier noch seltener.

Rund um das Haus führt zumeist ein gepflasterter Weg, Vorder- und Hintertür weisen zu diesem Rundweg. Die Türen haben oftmals Gucklöcher, damit man sehen kann, wer vor der Tür steht. Diese Löcher sind so groß, daß ein Gegenstand hindurchgereicht werden kann, man also die Tür nicht öffnen muß, wenn etwas gebracht wird. Ein Windfang schützt dabei das Hausinnere vor der Kälte.

Von außen wirken die Häuser schmucklos, doch die Wohnräume sind oft prächtig ausgestattet. Die sichtbaren Balken sind geschnitzt und bemalt, an den Wänden hängen Tierfelle.

Das Haus besteht aus einer Haupthalle, bei den Reicheren kommt noch eine gepflasterte Diele und ein Schlafzimmer dazu, in dem der Hausherr und seine Frau schlafen. Teilweise haben die Häuser der Reicheren auch noch mehr Nebenräume, in denen gekocht oder gesponnen werden kann. Die Ställe für die Tiere sind ebenfalls im selben Gebäude untergebracht - so hilft die Wärme der Tiere im Winter das Haus warm zu halten.

Das Zentrum eines Langhauses ist jedoch die Haupthalle. Im Hauptraum spielt sich das gesamte Leben der Bewohner ab: Hier wird gekocht, gegessen, gespielt und geschlafen. Webstühle, einfache Holzrahmen, lehnen einfach an der Wand. In der Mitte der Halle befindet sich in der Herdgrube ein offenes Feuer, das Licht und Wärme spendet. Dies ist notwendig, da die meisten Häuser keine Fenster besitzen. Daher ist auch das Lüftungsloch so wichtig - oft jedoch kann der Rauch nicht vollständig abziehen, so daß es immer etwas rauchig ist. Das Feuer sorgt aber gleichzeitig für Licht und Wärme im Haus.

An Seiten der Haupthalle befinden sich breite, podestartig erhöhte, mit Brettern gefaßte Bänke zum Sitzen und Schlafen. Da Holz alleine doch etwas hart ist, liegen sie dabei auf groben Wolldecken. Zusätzlich haben sie auch mit Entendaunen oder Hühnerfedern gefüllte Kissen. Gewöhnliche Leute sitzen oft einfach auf dem Boden oder auf Bänken und Hockern. Nur Wohlhabende besitzen zusätzliche Möbel, wie Stühle und Betten, und auch abschließbare Truhen. Die Wände sind bei reichen Leuten außerdem oft mit geschnitzten und bemalten Holztafeln geschmückt.

Kleine Häuser mit tiefer gelegtem Fußboden und ohne Seitenwände, sogenannte Grubenhäuser, dienen als Hühnerstall oder Webwerkstatt. Auch Badehäuser sind überall zu finden. Meist dient dort ein großes bauchiges Faß als Badewanne. Holztruhen, ein Vorhang, bestickte Wandbehänge und feingewebte Tücher verleihen dem Raum eine behagliche Atmosphäre. Mindestens einmal pro Woche badet jeder hier... Nach dem Bad geht es oft in die Sauna. Über glühende Steine wird Wasser gegossen, die dabei freiwerdenen Dämpfe beleben und stärken. Die Badenden reiben sich dabei oft mit duftgetränkten Birkenzweige ab.

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